„Professionelles Anreiten von Jungpferden in Baden-Württemberg – vom Boden bis zum Sattel“
Die Ausbildung eines Jungpferdes ist kein einfacher Schritt – es ist der erste Schritt, der sein ganzes Leben prägen kann, sei es im Sport oder in der Freizeit. Eine positive Erfahrung in dieser frühen Phase ist entscheidend, um eine Zukunft voller Vertrauen, Balance und Kooperation aufzubauen. Ein Anreiten, das mit Respekt, Geduld und Methode durchgeführt wird, schafft sichere, vertrauensvolle und arbeitsbereite Pferde. Ein überhasteter oder grober Beginn hingegen hinterlässt Spuren, die nur schwer wieder zu beseitigen sind.

„Die Bedeutung des ersten Kontakts„
In der Phase des Anreitens ist es entscheidend, dass das Pferd versteht und sowohl körperlich als auch psychisch vorbereitet ist. Ausbilden bedeutet lehren: wiederholen, erklären und auf Verständnis hinarbeiten. Unterwerfung hingegen überspringt das Verständnis und hinterlässt eine Leere, die sich früher oder später in Problemen äußert.
Jedes Pferd braucht seine eigene Zeit, geprägt von seiner körperlichen Verfassung und seinem mentalen Zustand. Ein misstrauisches oder ängstliches Jungpferd, das einem groben Prozess ausgesetzt wird, verstärkt nur sein Misstrauen. Mit Geduld und Konsequenz hingegen lässt sich diese Unsicherheit in Vertrauen verwandeln und eine stabile Bindung schaffen, die nicht nur die Arbeit erleichtert, sondern auch langfristig bestehen bleiben kann.

„Der Wert der Bodenarbeit“
Oft liegt der Fokus darauf, dass ein Jungpferd so schnell wie möglich geritten wird – und solange dieser Schritt nicht erfolgt ist, scheint es, als gäbe es keinen Fortschritt. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus: Ein zu früher Aufstieg in den Sattel kann uns mehr Zeit kosten, als wir glauben zu gewinnen. Gute Bodenarbeit hingegen bereitet das Pferd ganzheitlich vor und macht langfristig den Unterschied.
Körperliche Vorbereitung
Das Jungpferd beginnt, Kondition, Gleichgewicht und Ausdauer zu entwickeln. Es lernt, mit seinem Körper zu arbeiten, auf die Hilfen von Stimme und Longe zu reagieren, das Gebiss zu akzeptieren und die Belastung schrittweise zu verarbeiten. All dies erleichtert den Moment des ersten Aufsitzens erheblich, da sich das Pferd wohler und besser vorbereitet fühlt, dieselbe Arbeit nun mit dem Gewicht des Reiters auszuführen.
Mentale Vorbereitung
Eine gut strukturierte Bodenarbeit hilft dem Jungpferd, zu verstehen, Vertrauen zu gewinnen und sich bestätigt zu fühlen. Erlebt das Pferd maßvolle und positive Trainingseinheiten, bleibt es motiviert und bereit für die nächste. Die Akzeptanz der Hilfen und ihr Verständnis am Boden führen anschließend zu einem deutlich fließenderen Übergang in die Arbeit unter dem Sattel.
Wenn das Jungpferd zeigt, dass es für den nächsten Schritt bereit ist, läuft alles harmonisch ab: Verhaltensprobleme treten in der Regel nicht auf, und die in die Longe investierte Zeit spiegelt sich in einem soliden, ruhigen und sicheren Beginn wider.

„Häufige Fehler, die den Fortschritt bremsen“
Eines der größten Probleme beim Anreiten junger Pferde ist die Eile. Ein zu frühes Aufsitzen ohne die notwendige Vorbereitung führt meist zu Rückschritten und Widerständen, deren Korrektur deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als man vermeintlich eingespart hat.
Ein weiterer häufiger Fehler ist der ständige Wechsel der betreuenden Person. Jeder Reiter hat seine eigene Art zu kommunizieren, und mangelnde Konsequenz führt zu Verwirrung und Unsicherheit. Beständigkeit ist der Schlüssel, damit das Pferd versteht und Vertrauen aufbaut.
Ebenso verbreitet ist es, die Signale des Pferdes nicht wahrzunehmen. Ein Jungpferd, das sich widersetzt, verteidigt oder blockiert, ist nicht „schwierig“ – es zeigt uns lediglich, dass es nicht versteht oder noch nicht bereit ist. Diese Zeichen zu ignorieren, verschärft das Problem nur.
Das Vermeiden solcher Fehler ist genauso wichtig wie die korrekte Anwendung der Übungen. Geduld, Konsequenz und Respekt sparen langfristig Zeit und sorgen vor allem für ein Pferd, das vertrauensvoll und arbeitsbereit ist.
„Schlusswort“
Jedes Jungpferd ist einzigartig – mit seinem Charakter, seiner Geschichte und seinem eigenen Tempo. Meine Aufgabe als Reiter besteht nicht nur darin, es zu besteigen, sondern es mit Geduld, Respekt und Methode durch dieses erste Kapitel seines Lebens zu begleiten. Ich bin überzeugt, dass das Anreiten eine positive und ethische Erfahrung sein muss, die die Grundlage für eine Zukunft voller Vertrauen, Balance und Kooperation legt.
Mein Anspruch ist es, jedes Pferd in diesem Prozess schrittweise und konsequent zu unterstützen und dabei Sicherheit sowohl für das Tier als auch für seinen Besitzer zu gewährleisten. Denn ein gut angerittenes Jungpferd arbeitet nicht nur besser – es wird auch zu einem zuverlässigen, vertrauensvollen Partner mit einer deutlich solideren Zukunft.

Mein Ziel ist es, in Baden-Württemberg Pferden und Besitzern einen sicheren Start in eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen

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